Mehr Eigenfinanzierung bei den Gemeindefinanzen
20.12.2023
Das Budget für das nächste Jahr gab im Grossen Gemeinderat (GGR) mehr zu reden als auch schon. Das genehmigte Budget 2024 sieht im Allgemeinen Haushalt bei einem Umsatz von rund 89 Mio. Franken ein Defizit von rund 1,1 Mio. Franken vor und liegt grundsätzlich im Rahmen der langjährigen Finanzplanung.
Bei der letzten Steuersenkung (auf 1.60) in der Budgetdebatte 2020 ging man in der damaligen Finanzplanung für 2024 von einem Defizit von 0,9 Mio. Franken aus. Nach wie vor verfügt der Allgemeine Haushalt über Reserven von rund 29 Mio. Franken, womit allfällige Aufwandüberschüsse gedeckt werden könnten. Dies war letztmals im 2019 der Fall als das Ergebnis rund 0,3 Mio. Franken defizitär war. Regelmässig konnten die budgetierten Defizite aufgrund positiver Effekte in ausgeglichene oder leicht positive Abschlüsse umgemünzt werden.
Die Finanzen der Gemeinde Lyss sind nach wie vor solide. Die Zukunft ist jedoch herausfordernd und bedingt weiterhin einer vorsichtigen Planung und einem gezielten Einsatz der vorhandenen finanziellen Mittel. Um die anstehenden Investitionen vermehrt mit eigenen Mitteln zu finanzieren, muss der «Free Cash Flow» erhöht werden. Das heisst es braucht solide positive Abschlüsse im Millionenbereich, so genannte «schwarzen Nullen» reichen nicht. Bei gleichbleibendem Steuersatz, und dies ist unser Ziel, bedingt dies vermehrte Ausgabendisziplin und die Bereitschaft gewisse Leistungen in der Wirkungsorientieren Verwaltung (WoV) zu hinterfragen und gegebenenfalls anzupassen. Bei ausgeglichenen Ergebnissen wie in den vergangenen Jahren können jährlich rund 4 bis 5 Mio. Franken mit Eigenmitteln finanziert werden. Jährliche Investitionen von mehr als 4 bis 5 Mio. Franken führen zu einer Neuverschuldung.
(Beitrag im Newsletter der FDP.Die Liberalen Lyss-Busswil vom Dezember 2023)